„Acht Du Scheiße, was ist DAS denn bitte?!” – So die ersten Worte des Schreibers dieser Rezension nachdem er nach dem ersten Song auf „Metal Machine” wieder einigermaßen zu Luft gekommen war. Zugegeben, das lässt eine weitere, unvoreingenommene Bewertung des Albums nun schwer erscheinen. Was soll man auch machen, wenn es sich doch um eine der eigenen Lieblingsband handelt?!
Nach einem bombastischen ersten Album „Klunk” enttäuschten Motor mit dem Nachfolger „Unhuman” schwerst. Sie waren weit hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben. Was folgte, waren Jahre des unsicheren Wartens, ob sie wohl doch noch mal die Kurve kriegen würden.
In der Folge trennten sich Motor von einem Bandmitglied und die verbliebenen Olivier Grasset & Bryan Black schlossen sich ins Studio ein um sich nach eigenen Angaben selbst neu zu erfinden. Vor einigen Monaten erschien dann mit „Ice” bei Kompakt Extra eine EP und damit das erste Lebenszeichen nach dieser Selbstfindungsphase. Allerdings überzeugte das, was sich da auf Platte ankündigte, noch nicht so richtig und beinahe hätte man sich schon eingestanden: „War ‘ne schöne Zeit damals aber man muss halt auch mal nach vorne blicken“.
Aber dann kommt „Metal Machine”!
„Energie” ist das wohl passendste Wort für diese Sorte Musik. Aber nicht im Sinne von „energetisch” wie es gerne mal bei Werbetexten bemüht wird, wenn eine einigermaßen runde Bassline den Weg eines Tracks kreuzt. Nein – hier geht es um wilde, ungezügelte und nicht einzufangende Energie. Trocken, nüchtern und erbarmungslos dreschen Motor alles kurz und klein. Wenn am Drehregler noch Beschränkungen waren, so werden diese einfach weggebrochen, Rücksicht ist nicht mehr gegeben – Motor rocken sich durch alle Materialien. Egal ob Gerät oder Gedärm – am Ende bleibt nur noch eine zitternde, pulsierende Masse von dem übrig, was vorher mal vor den Boxen getanzt hat.
So etwas wie Ruhepausen oder schwache Momente sucht man bei den Tracks auf „Metal Machine” vergebens. Lediglich Stücke wie „Fire” oder „Pong” verlangsamen zwar etwas das Tempo, büssen dabei aber nichts von der sich durch das gesamte Album hinziehenden Energie ein. In den kleinen Lücken zwischen den einzelnen Stücken kommt man mal kurz zum Luftholen – für mehr reicht es aber dann nicht mehr denn anschließend geht’s unerbittlich weiter.
Mit diesem Album blasen Motor somit die zwischenzeitlich eventuell aufgekeimten Zweifel einfach weg. Dieses Album gehört in keinen CD-Player – es gehört live durch eine große Anlage gepustet. Zum Glück sind auch die Jungs von Depeche Mode auf den Motor-Geschmack gekommen, so dass es in diesem Sommer noch genug Gelegenheiten geben wird, die wilde Energie von Motor als Vorband auf der Tournee von Depeche Mode zu erleben.
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