Oliver Huntemann: H3

Oliver Huntemann, früher einer von DJ Hells Gigolos, legt nach Remixen für Depeche Mode, Underworld und The Chemical Brothers sein drittes Album vor. Mit dem Namen H3 befindet es sich in der assoziativen Nähe zu H2, der Abkürzung von dem chemischen Grundelement Wasserstoff. Das charakterisiert durchaus zutreffend das Album: die zehn, beinahe ausschließlich instrumentalen Tracks des Albums sind reduziert gehalten, in ihrem Klang anorganisch, in ihrer Struktur mechanisch. Es handelt sich um harte, trockene Tanzmusik – teutonischer Ingenieurs-Minimalelektro, der aber durchaus seine Export-Qualität vorzuweisen hat.

Die verwendeten Effekte sind exakt ausgearbeitet, die Höhen und Mitten crispy kickend, die Bässe bedrohlich grummelnd. Die Klänge pfeifen und leiern wie aus dem Luftkanal eines Konstruktionsbüros. Das kommt auf jeder guten Anlage fett. Die Struktur der Tracks läuft dabei eher auf Autopilot: sie gehorchen dem minimalen Schema, welches auf die Bedürfnisse von Tanzenden und DJs ausgerichtet ist. Eher überraschungsarm und etwas langatmig kanalisieren sie die leicht fallenden und steigenden Rampen, einige raffinierte Klangwandel und die wohlfeil gesetzten, nicht allzu plakativen Brüche in ein 4/4-Korsett. Oliver Huntemanns Stampfmaschine arbeitet unablässig und zuverlässig. Alben-Highlights wie Rikarda, Dios und Dexter sind sicheres Tanzflächenfutter, Drama und Lebendigkeit muss hingegen der DJ reinbringen – der dürfte mit den Tracks wohl eher etwas anfangen können als der Hörer zu Hause.

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(Ideal)

Leserbriefe

1 Leserbrief for “Oliver Huntemann: H3”

  1. hi, und genau dafür ist das album auch gemacht. gut erkannt. deswegen ist es auch mein album 2009, beste grüße, dr. motte

    Posted by dr. motte | April 20, 2009, 14:51

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