Das Album der beiden Brooklyner Musikerinnen sollte eigentlich “Dance Motherfucker“ heißen. Die Anzüglichkeit sparte man sich aus marketingstrategischen Gründen. Aber solange die Kompromisse nur den Titel betreffen. Melissa Livaudais und Busy Gangnes jammten in zahlreichen Band-Kontexten, für ihre Debüt-EP “Social Registry“ verlegten sie sich dann aber auf synthetischere Sounds, Synthesizer, Drum-Computer. Auf dem ersten Track ihres nun erscheinenden Albums “Dance Mother“ spielen sie all ihre Elektro-Pop-Qualitäten aus: “So Fine“ ist vom ersten Beat bis zum letzten Hall ein Hit. Dazwischen Synthie-Flächen und -Blubbern und die ätherischen Stimmen von Melissa und Busy, die angeblich nur aus Versehen anfingen, zu ihren eigenen Tracks zu singen. Die folgenden acht Stücke machen es dem Hörer etwas schwieriger: Sich in diesem Dschungel aus Tönen und Beats zurechtzufinden macht aber großen Spaß. Ähnlich spannend muss es für die Musikerinnen gewesen sein, sich durch die Klangerzeuger-Sammlung des Produzenten und TV-On-The-Radio-Mannes Dave Sitek zu arbeiten. Bei dem stoischen Dub-Step-Kracher “Lights Go Down” bewegt sich der Zeigefinger dann erstmals wieder in Richtung Repeat-Taste.
Die harmonischen vielstimmigen Gesänge täuschen mitunter über die komplexen Arrangements und kruden Soundkonstrukte von Telepathe hinweg, das technoide “Devil’s Trident” dagegen hat mit seinem Sprechgesang etwas von den britischen Kolleginnen Client. “Drugged” ist das pulsierende Abschlussstück und weckt Erinnerungen an The Knife, wären da nicht die diese betörenden (unverfremdeten) Stimmen.
(V2/Cooperative)
Telepathe: Devil’s Trident (Diamond Vampires Remix)
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