Das Ballhaus in der Naunynstraße in Kreuzberg hat wieder aufgemacht und startet mit dem „jungen postmigrantischen” Dogland-Festival in eine neue Saison. Unter der Schirmherrschaft von Filmregisseur Fatih Akin (“Gegen die Wand”) zeigen Künstler der 2. und 3. Einwanderergeneration ihre Arbeiten zu interkulturellen Themen. Bis zum 29. Januar 2009 dürft Ihr Euch u.a. auf sechs Uraufführungen freuen.
Ballhaus Naunynstraße, Naunynstraße 27, Berlin (U1/U8: Kottbusser Tor)
Hier einige Highlights:
Kahvehane: Turkish Delight – German Fright?
Grelles Licht, karges Ambiente und rauchende Männer mit schwarzen Schnäuzern: Wer hat nicht schon mal einen verständnislosen Blick in eines der „Nur für Mitglieder”-Cafés in Berlin geworfen. Das wiedereröffnete Ballhaus in der Naunynstraße in Kreuzberg lädt neugierige Besucher zu einem Entdeckungs-Parkour durch die anatolischen Kaffeehäuser in Neukölln und Kreuzberg ein. Die etwa zweistündige Reise führt durch zwölf Läden, in denen Theaterstücke und Installationen verschiedener Regisseure, Künstler und Filmemacher gezeigt werden. Der Parkour startet zwischen dem 7.11. und dem 9.11. und kostet 11,90 Euro. Los geht’s alle 15 Minuten vor dem Ballhaus in der Naunystraße 27.
7.11.2008, 16-20.30 Uhr, alle 15 Minuten
8.11.2008, 16-20.30 Uhr, alle 15 Minuten
9.11.2008, 12-16.30 Uhr, alle 15 Minuten
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Café Europa vs. DOG EAT DOG
“Nicht drinnen und nicht draußen, die Stirn nach außen, der Arsch nach innen.” Die Rede ist von Türstehern und von ihnen erzählt dieses Stück, das am 7.11. Premiere feiert. Auf der Bühne stehen junge Schauspieler türkischer, polnischer, iranischer und deutscher Herkunft und spielen die Geschichte von Menem und Serkan, die nicht nur in ihrem Job, sondern auch im Leben irgendwie auf der Schwelle stehen. Geschrieben wurde „Café Europa vs DOG EAT DOG” von dem armenisch-jüdisch-stämmigen Nuran David Calis, für das Ballhaus inszeniert der Iraner Mehdi Moinzadeh. (7. – 13.11., 20h)
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Schattenstimmen
Nach der Textvorlage des prominenten Autorenduos Feridun Zaimoglu und Günter Senkel inszeniert der türkische Regisseur Nurkan Erpulat diese Geschichte, die von Menschen ohne Pass und Aufenthaltsgenehmigung erzählt. Ein marokkanischer Tellerwäscher, ein ukrainisches Au-Pair-Mädchen und ein afrikanischer Drogendealer sind in diesem Stück Personen, die es meisterlich schaffen, nicht aufzufallen und ein Leben im Schatten führen, aber dennoch hier zu Wort kommen. (Ballhaus, 21. – 26.11., 20h)
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Jenseits – Bist du schwul oder bist du Türke?
Nurkan Erpulat, die Zweite. Der Regie-Absolvent der renommierten Ernst Busch-Schule bringt auch dieses Stück auf die Bühne. Es handelt von türkisch-stämmigen Schwulen oder schwulen Türkischstämmigen oder… Auf jeden Fall, wie man sich denken kann, von jungen Männern in einem komplizierten Identitätskonflikt. Das Stück basiert auf eigenen Erfahrungen des Regisseurs, der diese in einem Interview wie folgt beschrieb: „Ich bin homosexueller Türke und genieße die Früchte des positiven Rassismus in Deutschland. Nur weil ich schwul bin, habe ich gleich Arbeit gefunden, habe viele Menschen um mich gehabt. Viele Menschen stehen voller Bewunderung vor mir nach dem Motto: Oh, der ist hierher gekommen, um sich zu emanzipieren! Lasst uns ihn mit vereinten Kräften befreien. Und ich denke: Na dann, erlöst mich mal!” (Ballhaus: 2. – 5.12., 20h)
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Weitere Veranstaltungen findet Ihr auf der Webseite des Festivals:
http://www.ballhausnaunynstrasse.de/
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