Eine Donnerstag-Nacht im Oktober – am Funkturm ist Musikmesse und in den Clubs der Stadt trifft sich das Personal der Musikindustrie zur Popkomm. Im Batterieraum des Tresors gibt es hingegen eine Welturaufführung: Professor Karlheinz Brandenburg, einer der Erfinder des MP3-Formats, präsentierte ein Wellenfeldsynthese-Klangsystem, das zusammen mit der Firma Iosono installiert wurde.
Und so funktioniert die Neuentwicklung: eine enge Kette von ungefähr 250 Lautsprechersystemen sind rings um die Tanzfläche montiert und werden von einem Hochleistungsrechner jeweils einzeln angesteuert. Die relativ kleinen Lautsprecher erzeugen Klangwellen, die wie aus dem Nichts kommen. Das Hörerlebnis ist voll 3D und so plastisch, dass die Gäste der Premiere schnell lautstark ihre Begeisterung loswerden mussten. Auch sonett77-Toningeneur Patrick war geflasht: “Ehrlich, man hat mir noch nie dermaßen realistisch Töne und Sounds an einen Fleck projeziert, an dem sich weder ein Lautsprecher befand, noch dass das dort zu dem Zeitpunkt befindliche Wesen in der Lage gewesen wär, solche Geräusche von sich zu geben. Wirklich beeindruckend!”
Mehr Facts von Patrick Egener, der Prof. Karlheinz Brandenburg interviewt hat.
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Im Vorfeld der Präsentation wurden einige Klangkünstler ins Labor nach Erfurt eingeladen, um für das System Performances zu produzieren. Neben Heiko Laux, Stewart Walker, Jewgeni Birkjoff schickten dann auch die sonett77-Elektronauten Fidelity Kastrow und Jonty Skrufff spezielle Sounds über dieses Klangsystem. Das Ergebnis war eine Demonstration, die zeigt, dass die Ingenieurskunst auch auf dem Audiosektor bisher noch nicht alle Register gezogen hat.
Noch bis zum 5.11. ist das System im Batterieraum des Tresors in Betrieb – also auch am nächsten Wochenende, wenn auf der We Love Neon-Party Technasia, Artist Unknown und Legowelt die Grenzen des Systems austesten. Danach wird leider abgebaut. Und so schnell wird das Klangsystem wohl leider nicht für Clubs zum Standard werden. Auf absehbare Zeit sind Anschaffung und Installation zu teuer. Für die Multiplex-Kinos ist das Wellenfeldsynthese-System die Ansage schlechthin – und in Vergnügungsparks und Wellness-Bereichen dürfte die Technologie auch verstärkt zum Einsatz kommen! Denn THX kann gegen die Entwicklung aus Erlangen überhaupt nicht anstinken.
(by Sven Person, Patrick Egener und Alex)
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